Waren Sie schon einmal am Bodensee oder einem anderen See? Bei gutem Wetter tummeln sich da Hunderte von Booten. Der Wind weht für alle gleich. Und dennoch – scheinbar unerklärlich – segeln diese Boote zum einen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und zum anderen in unterschiedliche Richtungen. Wie kommt das?

Es liegt daran, dass jeder Skipper andere Entscheidungen trifft. Der eine nutzt die Energie des Windes, packt mit beiden Händen voll zu, ergreift seine Chance und: setzt die Segel. Der andere lässt sich treiben, ist mit halbem Herzen bei der Sache, döst in der Sonne und wartet ab, wohin der Wind ihn treibt.

Sie sehen: der Wind weht für alle gleich. Aber es ist eine Frage unserer Einstellung, ob wir seine Energie nutzen können oder ob wir ihm ausgesetzt sind und nur vor uns hin treiben.


„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“

Aristoteles


Denken wir zum Beispiel an die Landwirtschaft. Durch Produktionsfortschritt und zunehmende Industrialisierung und Entwicklung des Dienstleistungssektors sank in den letzten 100 Jahren der Erwerbstätigenanteil in der Landwirtschaft von 38% auf gut 2%. Manche sprechen von einem Aussterben der heimischen Landwirtschaft. Und in der Tat haben viele Landwirte aufgegeben. Sie haben die Segel locker gelassen, sich treiben lassen, waren Wind und Wellen ausgesetzt und sind vielfach auch gekentert. Aber bei weitem nicht alle. Einige haben mit voller Kraft zugepackt, eine Chance gesehen und diese ergriffen. Zum Beispiel haben einige in die ökologische, biologische bzw. organische Landwirtschaft gewechselt. Sie stellen Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse auf der Grundlage möglichst naturschonender Produktionsmethoden unter Berücksichtigung von Erkenntnissen der Ökologie und des Umweltschutzes her – und treffen damit den Zahn der Zeit.

So ist es mit allem: Akzeptieren Sie die Trends, den Wind, der eben weht. Sie ändern ihn nicht. Aber Sie können sich immer dafür entscheiden, wie Sie Ihre Segel setzen werden.