Im August beginnt für den Imker das neue Bienenjahr. Alle Arbeiten, die ab jetzt getan werden, zielen darauf ab, im nächsten Frühjahr gesunde starke Völker zu haben. Ein wesentlicher Faktor dafür ist, die Varroa-Milbe im Griff zu haben.

Diesem Thema wollen wir uns in dieser Monatsbetrachtung widmen.

Die Varroamilbe ist ein Parasit, von dem jedes Bienenvolk in Europa befallen ist. Diese Milbe gelangte Ende der siebziger Jahre durch Bienenimporte aus dem asiatischen Raum nach Europa. Dort verbreitete sie sich von Volk zu Volk und binnen kurzer Zeit war ganz Deutschland von dem Parasiten befallen.
Die 1,6 Millimeter große Milbe vermehrt sich in der Brut der Bienen und schädigt diese. Kurz vor dem Verdeckeln einer Brutzelle, dringt eine Milbe in die Zelle ein, verbeißt sich an der Bienenmade und legt in der Zeit, in der die Zelle verdeckelt ist bis zu 4 Eier. Mit dem Schlupf der jungen Biene kommen auch die Varroamilben aus der Zelle und suchen sich andere Brutzellen um sich fortzupflanzen. Die junge Biene ist durch den Parasiten, der aus ihr Blut gesaugt hat, geschwächt und die offene Wunde an ihrem Körper, ist ein Einfallstor für Viren. Solch eine geschädigte Biene hat eine weitaus kürzere Lebenserwartung. Ist das Volk von der Varroamilbe befallen und die Milbe wird nicht vom Imker bekämpft, so wird das Volk immer schwächer und geht meist innerhalb eines Jahres ein. Bevor das Volk zusammenbricht, verlassen die noch flugfähigen Bienen mit aufsitzenden Milben den Stock und betteln sich bei anderen Bienenvölkern ein. Dies trägt zur weiteren Verbreitung der Milbe bei. Dies ist der Grund, warum es in Europa fast keine wilden Bienenvölker gibt.


 

Die Vernunft liefert uns den Honig ihres Bienenstocks, in ihre geheime Werkstatt läßt sie uns aber niemals blicken.

Wolfgang Menzel

 


Ohne eine Behandlung durch den Imker, ist jedes Volk zum Tode verurteilt.
Für die Bekämpfung der Milbe gibt es diverse Medikamente, sowie organische Säuren und biologische Verfahren. In unserer Imkerei wird auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet. Wir bekämpfen die Milbe im Jahreslauf durch die regelmäßige Entnahme von Drohnenbrut, in welcher sich die Milbe sehr viel schneller vermehrt, als in Arbeiterinnenbrut. Nach der letzten Honigernte (um Rückstände zu vermeiden), wird dann im Bienenstock Ameisensäure verdunstet, welche den Bienen nicht schadet, aber einen Großteil der Milben tötet. Im Winter, sobald das Bienenvolk keine Brut mehr pflegt, sitzen alle Milben auf den Bienen und diese werden dann mit einer oxalsäurehaltigen Zuckerlösung beträufelt. Da die Milbe das Blut der Biene saugt, nimmt sie dabei die Oxalsäure auf und stirbt.
Durch diese Vorgehensweise, können Völkerverluste weitestgehend verhindert werden und man muss die Bienen nicht während der Zeit des Nektarsammelns behandeln, so dass Honig ohne Rückstände von Medikamenten geerntet werden kann.

IMKER ABC – der Varroaschieber
Zur Varroa-Befallskontrolle der Bienenvölker wird unter den Gitterboden eines jeden Volkes ein weißer Bodenschieber eingeschoben, auf welchem das Gemüll sowie die toten Milben eines Volkes fallen. In regelmäßigen Abständen zählt der Imker dann die abgefallenen Milben und kann so auf die Anzahl der Milben im Volk schließen.

 

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